Konzerttagebuch

SCHIFFENBERG ROCKT!, 03.09.11

Bei Anbruch des Tages...

Auf einem Parkplatz in Saarbrücken war es noch schwarze Nacht. Nach und nach trudelte die Bande ein, um die Reise ins Kloster anzutreten – nach Schiffenberg. Die Knochen noch steif, wankten alle aus ihren Autos und rotteten sich zum gemeinschaftlichen müden Schweigen zusammen. Nur Spykes Haare schienen schon wach zu sein. Die letzten Vorbereitungen zur Abfahrt wurden noch getroffen. Nach dem Motto “Morgenstund’ hat Tomatensaft im Schlund“ stieg dann unser Lieblings-Techniker Nepu als letzter mit seinem gesunden Getränk (was uns sehr suspekt erschien) ins Auto ein und wir fuhren los. Unser Tourbus stöhnte unter Tobys strenger Herrschaft. Im Auto hieß es dann „Sonnenbrille schon mal anziehen“ denn mittlerweile brach die Morgensonne in die Nacht hinein, und wir hätten uns noch gerne etwas dagegen gesträubt – wenn uns denn einer danach gefragt hätte…

Auf dem Schiffenberg angekommen (Seb war mittlerweile gut gelaunt mit seinem Auto eingetroffen) erwartete uns eine Location, die uns sehr begeisterte. Das Kloster aus dem Jahr 1129 und sein liebevoll gepflegter Garten luden uns förmlich zum Verweilen und Ausruhen ein. Aber jetzt hieß es erstmal die Techniker-Crew kennen lernen, den Transporter heranfahren, ausladen, aufbauen, Backstage erkunden und Sound-Checken. Bei alledem galt es viele, viele km zurückzulegen. Und das am frühen Morgen.
Alles aufgebaut hatten wir beim Soundcheck jede Menge Spaß mit der Techniker-Crew. Während Toby schon hart hinter den Trommeln schuftete, tranken Seb und Nic erst mal einen Kaffee und dachten sich lustige Lieder zu dem Getrommel aus.
Nun wachgekloppt vom Trommel-Soundcheck kamen auch schon die ersten Festival- Besucher aus den Zelten gekrochen – wie erwartet. Soundcheck beendet, gingen wir uns umziehen.

Wir stellten uns auf ein frühsportliches Wohnzimmer-Konzert um 11 Uhr ein, denn es war wirklich sehr früh an einem zweiten Festival-Tag. Nach einer halbstündigen Verzögerung unserer Startzeit waren jedoch mehr Zuschauer vor der Bühne, als wir erwarteten. Einige waren sicher so früh aus den Betten ins Auto gekrochen wie wir und das hat uns wirklich sehr beeindruckt. Mit blendendem Sonnenschein von vorne und brütendem Scheinwerferlicht von hinten startete nun die Show und sofort gingen die Zuschauer gut ab. Es hat super viel Spaß gemacht, mit Euch zu rocken. Von Wohnzimmer- Konzert war längst keine Rede mehr! Danke dafür! Nun zeigte nach 50 min Spielzeit der Stage- Manager uns auf einem Blatt Papier an, dass wir noch 10 Minuten auf der Bühne haben. So ließ unser Eddie noch einige letzte Male seine Haarpracht fliegen, Toby kloppte nochmal richtig rein, Spyke schaute noch einige letzte Male beängstigend in die Zuschauermenge und Nic und Seb jumpten noch ein Bisschen. Und mit dem „Drama (Letzter Akt)“ ging unser Konzert mit wirklich sehr aktiven Zuhörern dann getragen zu Ende.

Schweißgebadet (Seb's Hemd triefte) bauten wir unseren Kram auf der Bühne ab und schmissen uns in trockene Kleidung. Am Merchandise-Stand erwarteten uns schon unsere Mercherinnen Rosi und Denise, die sich fleißig um alles dort kümmerten. Hier hatten wir nun viel Zeit für Fotos, Autogramme und Gespräche mit unseren Zuhörern. Hier haben wir viele neue Leute kennen gelernt und viel Spaß gehabt.
Für den Rest des Tages war chillen auf dem Festival oder im Hotel angesagt. Es waren dann noch wirklich coole Bands zu sehen und wir tranken auch noch das ein oder andere Bierchen. So lernten wir die Musiker der anderen Bands etwas näher kennen, aber auch andere sehr interessante und lustige Leute. Seitdem hat der Begriff „Nummergirl“ auch eine neue Assoziation für uns…
Nachts fielen wir dann nach einem supergeilen und langen Tag in die Federn und wussten wieder, wo wir welche Knochen und Muskeln hatten, von denen wir schon lange nichts mehr gespürt hatten.

Am Morgen im Hotel trafen wir uns alle zum Frühstück. In Begleitung von befreundeten Festival-Besuchern ließen wir das „Schiffenberg rockt“ ausklingen. Nepu brauchte am längsten, um zum Frühstück zu erscheinen. Wir machten uns schon Sorgen, dass wir ihn in das Auto tragen müssten, so steif, wie der abends war. Aber er schaffte es noch rechtzeitig zum Ausklang des Frühstücks und wir verabschiedeten uns von unseren Freunden. Nun fuhr die Bande gen Heimathafen und jeder ging glücklich, müde und zufrieden seiner Wege.

Wir bedanken uns bei:
- Den morgendlichen Kaffeetrinkern auf dem Gelände für die Auskünfte
- Den Veranstaltern für eine klasse Organisation im Vorfled und am Festivaltag selbst
- Tjark und seiner supergeilen Techniker-Crew sowie Nepu für den Hammer Sound auf und vor der Bühne und den Riesenspaß
- Dem Nummerngirl für den zuverlässigen Einsatz
- Den anderen Bands
- Der Blondine mit dem schwarzen Shirt, die sich von hinten nach vorne in die dritte Reihe getraut hat
- Jutta, dass sie an die Streichhölzer für Nic gedacht hat
- Bei den Mönchen, die das Kloster erbaut haben
- Allen, die bei uns waren – physisch und auch in Gedanken ;-)

Nic

 

MA-Rock-Fest II, 15.07.06

Partytime!

Die Reise nach Lübeck begann sehr früh, nämlich bereits um 2 Uhr nachts. Der Grund dafür war, dass in einigen Bundesländern Ferienbeginn war und wir den Staus auf Deutschlands Autobahnen weitgehend entkommen wollten. Das gelang uns auch ganz gut. Die Fahrt in unserem „Porno-Tourbus“ (mit Klimaanlage, Navigationsgerät und DVD... Stilvoll geht die Welt zugrunde...*g*) verlief wie erwartet sehr angenehm und ohne Zwischenfälle. Erinnerungen an unsere erste Konzertreise, als wir einen Bus fuhren bei dem wir am Vorabend noch Sitze in rostiges Bodenblech einschrauben mussten, trugen zur guten Laune bei. Mit an Bord waren noch unsere beiden Fotografen und „Azubi-Backliner“ Thomas und Dirk.
Gegen 11 Uhr morgens kamen wir dann in Lübeck an und luden unsere Backline im Rider’s Cafe aus. Da wir unsere Zimmer erst später beziehen konnten, entschieden wir uns noch das Meer zu suchen. Nach einer kurzen Fahrt erreichten wir den Timmendorfer Strand bei Travemünde. Bei herrlichem Wetter machten wir es uns am Wasser gemütlich. Der ein oder andere soll sich sogar einen kleinen Sonnenbrand zugezogen haben (nicht wahr, Thomas?!). Die Stimmung war ausgelassen – wenn auch etwas wehmütig –, als wir den Strand verlassen mussten, um Cadera von Mannstoll am Bahnhof in Lübeck abzuholen und zum Soundcheck zu fahren.
Aufbau und Soundscheck verliefen wieder problemlos und sehr professionell. Ein Dankeschön dafür geht an Helge Gregorius, den Techniker des Rider’s, der wieder ganze Arbeit geleistet hat!
Nun konnten wir auch endlich unsere Zimmer beziehen und den fehlenden Schlaf etwas nachholen. Ich habe nur ca. 30 Minuten gelegen, dann bin ich wieder aufgestanden und hab mich zu Heavy, Erik, Thomas, Dirk und Cadera gesellt, die sich nicht hingelegt haben. In der Zwischenzeit haben die schon Getränke für die Feier des „einjährigen Spielbann-Mannstoll-Jubiläums“ besorgt, das nach dem Konzert gefeiert werden sollte.
Dann kam langsam die Vorbereitungszeit für uns: umziehen, schminken, Haare machen... Nach dem Auftritt von Attonitus und den Tanz- und Feuershow-Vorführungen von Mannstoll stürmten wir gegen 24 Uhr die Bühne. Leider waren nur wenige Leute da, was der Stimmung aber keinen Schaden zufügen sollte. Wir spielten das ganze Set, um dann mit dem krachenden „Lied zu Hameln“ und einem gemeinsamen „Bitte bitte“ mit Mannstoll das Konzert zu beenden. Nachdem die Bühne abgebaut war, folgte die Jubiläums-Feier... Ich machte mit Cadera ein Trinkduell mit Amaretto-Apfelsaft, das am Ende unentschieden ausging, da keiner mehr auch nur noch einen Schluck runterbekommen hätte... Viel mehr kann ich von dem Abend auch leider nicht mehr sagen... Aber die Stimmung war echt prima und wir hatten alle viel Spaß. Sogar unser Anti-Alkoholiker Thomas hatte an diesem Abend ein paar „Lampen brennen“. Die Feier ging bis in die frühen Morgenstunden, bis wir dann langsam alle eingeschlafen sind.
Gegen 9 Uhr hieß es dann wieder aufstehen, um die Heimreise anzutreten („Ich will sterben...!“). Nachdem wir um kurz vor zwölf kein Frühstück mehr in Lübeck auftreiben konnten, fuhren wir die Mannstoll-Mädels wieder zurück zum Bahnhof und verabschiedeten uns bis zum nächsten Treffen. Irgendwo auf der Autobahn machten wir dann einen kurzen Abstecher, um noch etwas zu essen. Die Müdigkeit stand uns allen ins Gesicht geschrieben, aber die gute Laune half darüber hinweg zu kommen. Nach kleineren Staus und Pausen kamen wir gegen 21 Uhr müde, aber zufrieden zuhause an.
Es war eine schöne, wenn auch anstrengende Reise, die wir gerne wiederholen würden. Die nächsten Wochen wird jetzt intensiv an unserem Album „Seelenfänger“ gefeilt, um die Veröffentlichung Ende des Sommers einhalten zu können...

Spyke

 

2.MITTELALTERROCK FESTIVAL, 01.04.06

Endlich war es nun soweit. Seit dem letzten Mittelalterrockfestival in Illingen, an dem wir leider aus zeitlichen Gründen nicht teilnehmen konnten, war nun rund ein Jahr vergangenen und der 2.Durchgang stand vor der Tür. Die letzten Wochen waren geprägt von Arbeit. Neben der Produktion unseres Albums „Seelenfänger“ überarbeiteten wir auch einige Songs, um sie live noch besser präsentieren zu können.
Leider erfuhren wir einige Tage vor der Veranstaltung schon, dass der Co-Headliner ASP krankheitsbedingt ausfällt. Schade, denn ich hatte mir vorgenommen, mir den Auftritt des „schwarzen Schmetterlings“ in Ruhe anzusehen. Letztlich sollte sich der Ausfall für uns aber nicht negativ auswirken, denn die ohnehin eh schon viel zu kurze Zeitplanung des Tages hätte unsere Situation noch weiter verschärft. Glücklicherweise konnten wir uns mit Cultus Ferox die Backline teilen, damit wir – nach dem offiziellen Einlass der Konzertbesucher – noch schnell einen kurzen Soundcheck machen konnten. Danach ging es gleich in den Backstagebereich zum Schminken und Umkleiden. Dann war es soweit, der große Augenblick war gekommen, das Warten nun endlich vorbei und es hieß „Raus auf die Bühne!“ Das Intro zu „Schwarzer Tod“ ertönte und wir betraten die in Nebel und rotem Licht versunkene Bühne. Draußen erwarteten uns ca. 600 Konzertbesucher, die in ausgelassener Stimmung waren. Die Aufregung und der Stress der letzten Tage waren verschwunden. Jetzt ging es nur noch darum die Menge zum Toben zu bringen und Seb forderte die Leute zum Springen und Tanzen auf. Obwohl wir der Opener des Abends waren herrschte eine ausgelassene Stimmung. Nach 50 Minuten beendeten wir den Auftritt mit dem „Lied zu Hameln“. Es war nun geschafft. Die lauten Zugabe-Rufe hätten wir gerne erfüllt, doch um den Zeitrahmen der Veranstaltung nicht noch weiter zu strapazieren, entschieden wir uns keinen weiteren Song mehr zu spielen.
Zurück im Backstagebereich erholten wir uns kurz, bevor wir uns auf den Weg zu unserem Merchandisestand machten. Dort trafen wir viele Leute, mit denen wir uns lange unterhielten, eifrig Autogrammwünsche erfüllten und einen tollen Abend (und eine für uns stressige, aber auch sehr schöne Veranstaltung) langsam ausklingen ließen. Das Warten hatte sich gelohnt...

Spyke

 

DARKSIDECON, 02.07.04

Die erste Konzertreise des Jahres begann früh - sehr früh - und sollte uns zunächst zur „Dark Side Con“ bringen, einem großen Liverollenspiel-Event auf der Freusburg bei Siegen. Und so befanden sich am 02. Juli kurz nach Sonnenaufgang sechs verschlafene, aber spielwütige Musiker, auf der Straße gen Hessen. Schon die Reise zum ersten Open Air Gig der Saison war ein Abenteuer. Eingequetscht zwischen Soundanlage, Instrumenten und sonstigem Equipment saßen wir in einem schwankenden, alten Kleintransporter auf Sitzbänken, die wir am Vorabend eigenhändig in rostiges Blech geschraubt hatten, in der Hoffnung, dass sie, wenn schon nicht ganz verkehrsgerecht, dann doch wenigstens stabil wären. Nachdem als letzte Herausforderung noch der steile Burgberg bezwungen war, rollten wir am Nachmittag durch die Tore der Freusburg. Beflügelt von der Vorfreude in solch ehrwürdigem Ambiente richtig zu rocken, wurde die Bühne im Burghof in Beschlag genommen.
Doch dann kam der Regen... und was für ein Regen...
Unter vereintem Einsatz der Band, der Veranstalter und einiger Planen wurde jedoch das Schlimmste für Bühne und Equipment verhindert. Danach war Spielbann rockbereit.
So feuerten wir dann in der Dämmerung aus allen Rohren und im Schein der Fackeln tanzte eine sehr gemischte Partymenge. Angeheizt von der Mittelalterband „die Irrlichter“ headbangten da Star Wars Sturmtruppen Arm in Arm mit Star Trek Flottenkapitänen, Elfen, Rittern und einigen Jedis, nebst Lichtschwertern zu unserer Musik. Kurz es war ein sehr geiler Auftritt! Einziger Wehrmutstropfen für mich: Durch den Regen und Wind hatte ich mir eine nette Halsentzündung eingefangen, so dass meine Stimme immer krächzender, das Publikum aber auch immer lauter wurde. Dafür nochmals: „Danke!“
Erst spät in der Nacht war der Abbau erledigt und wir ließen den schönen, aber anstrengenden Tourtag mit den Irrlichtern, zwei Feuerkünstlerinnen und viel Met (in meinem Fall Met in Bronchialtee) standesgemäß ausklingen. Am nächsten Morgen - also nur wenig später - hieß es dann aber schon wieder aufstehen, packen, denn uns erwartete das nächste Tourbusabenteuer unserer endlosen, zweitägigen (!) Konzertreise: Die Reise nach Birkenfeld zum Alcatraz.

Seb

 

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